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Nataša

Ich heiße Nataša und komme aus Kroatien; mit großer Freude möchte ich euch meine Lebensgeschichte erzählen und davon, wie ich den Ausweg aus der Droge gefunden habe. Heute fühle ich mich verwirklicht, denn ich habe begonnen, meine Grenzen und Schwächen anzunehmen und zu lieben. Ich habe den Wert des Lebens kennengelernt und jeden Tag wachsen die Freude und der Wunsch, diesen „Weg des Lichtes“ weiterzugehen.
Ich bin in einer einfachen Familie aufgewachsen, jedoch ohne Glauben. Meine Eltern haben mir wichtige Werte des Lebens vermittelt, wie Gehorsam, Respekt und Aufmerksamkeit für die Armen und Bedürftigen. Allerdings fehlte das Gespräch in unserer Familie, so dass die Differenzen immer größer wurden. Mein Vater war Alkoholiker, und so hatte ich bereits als Kind kein gutes Verhältnis zu ihm. Meine Mutter arbeitete den ganzen Tag und wenn sie abends nach Hause kam, war sie müde; und weil ich sie nicht belasten wollte, habe ich sie nicht angesprochen.
Meine Leiden und die fehlende Einheit untereinander suchte ich zu überwinden, indem ich falsche Wege einschlug. Ich war sehr sensibel und schüchtern und lehnte mich deswegen ab; ich wollte anders sein, so wie die anderen Mädchen, die „freier“ waren als ich.
Jahrelang habe ich mit Leidenschaft Handball gespielt; die Dinge, die ich tat, habe ich „mit Herz“ getan, aber innerlich spürte ich, dass etwas fehlte – etwas, das ich mir allein nicht erklären konnte... Daher war ich immer auf der Suche. In mir wuchsen Rebellion, Wut und Falschheit, und ich bin immer mehr auf Abwege geraten. Allein konnte ich meine Schwierigkeiten nicht bewältigen und so habe ich begonnen, mit schlechten Freunden auszugehen. Indem ich Kokain nahm, glaubte ich, stärker zu sein und meine Probleme bewältigen zu können. Das Böse wollte mich völlig zerstören: Irgendwann habe ich begonnen, Heroin zu nehmen, und das hat mir jede Freude und den Lebenswillen geraubt. Auch habe ich das Vertrauen meiner Eltern verloren.
Heute danke ich ihnen für das Geschenk des Lebens und dafür, dass sie mich immer geliebt und mir vergeben haben. Die Gottesmutter von Medjugorje hat mich in die Gemeinschaft geführt; ihre Güte hat mir geholfen, mein Herz zu öffnen und mir helfen zu lassen.
Vom ersten Tag an habe ich mich zuhause gefühlt, im Haus Gottes, des Vaters. Ich habe verstanden, dass ich hier am richtigen Platz bin. Ich wusste zwar nicht, wie man betet, spürte aber, dass Gott die Müdigkeit und Verletzungen meines Herzens heilen wollte. Die Liebe der anderen Mädchen hat mir geholfen, Vertrauen zu fassen; so sind all die Mauern meines Herzens eingestürzt. Sie hatten mich gern und zeigten dies durch ihre Achtsamkeit und ihren Respekt; ihr beredtes Schweigen hat nach und nach mein Herz verändert. Durch sie habe ich gelernt zu beten, in mich hineinzuschauen und mich selbst anzunehmen; auch ist der Wunsch gewachsen, mein Leben zu ändern. Nie habe ich mich verurteilt gefühlt, sondern sie haben mich so angenommen, wie ich war.
Ich habe verstanden, dass das, was ich immer gesucht hatte, Jesus von Nazaret war. Das Gebet – das inzwischen meine „tägliche Nahrung“ geworden ist – hat meine Freundschaft mit Ihm immer mehr vertieft. Er gibt mir Sicherheit und die Kraft, alle Schwierigkeiten zu bewältigen, zu vergeben und zu lieben. Ich habe den Glauben gefunden! In der eucharistischen Anbetung mache ich die Erfahrung, dass Gott-Vater mich von Ewigkeit her geliebt und gewollt hat. All das Gute, das Er mir schenkt, will ich weitergeben, indem ich für meine Brüder und Schwestern da bin.
Ich danke Mutter Elvira für ihr Vertrauen, unseren Priestern und allen anderen Mädchen, die mir geholfen haben und mich auf dem Weg begleiten.

 

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