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Geschichte

Haus "Mutter der Guten Hoffnung" - Kleinfrauenhaid 1997, Österreich
Der Heilige Geist hat uns über die Grenzen Italiens hinausgeführt: nach Österreich. Die dortige Gemeinschaft möchte ein Hoffnungszeichen sein für alle Jugendlichen aus dem deutschen Sprachraum und wird darum „Mutter der Guten Hoffnung“ genannt…

Schon vor langer Zeit war in vielen österreichischen Freunden der Gemeinschaft der große Wunsch entstanden, ein Haus der Gemeinschaft in ihrer Heimat zu haben. Auch die deutschsprachigen Jungs unserer Gemeinschaft haben in diesem Anliegen gebetet. Wie immer hat der Herr uns nicht enttäuscht: Nach einigem Suchen und viel Gebet kamen wir ans Ziel.

Es war wirklich ein großes Abenteuer, das erste Haus in Österreich!
Wir wussten aber, dass dieser Ort, der am Entstehen war, für viele Jugendliche aus dem deutschen Sprachraum ein kleines aber konkretes Senfkorn der Hoffnung sein würde. Wir waren Burschen aus verschiedenen Häusern unserer Gemeinschaft – sieben Jungs aus Medjugorje, einige Jungs aus Kroatien, andere aus Italien (im Ganzen zwölf) – und wir haben uns bei der Ankunft in Kleinfrauenhaid zum ersten Mal getroffen.
Was uns verbunden hat, war der gemeinsame Wunsch, etwas Neues zu beginnen. Von Anfang an hat uns der Herr viel Freude und guten Mut geschenkt.
“Grüß Gott” waren die ersten Worte, die wir in deutscher Sprache vernahmen, und wir mussten uns an den Klang der für uns neuen Sprache zuerst gewöhnen.

Wie bei der Eröffnung einiger anderer unserer Häuser, so waren auch die Einwohner von Kleinfrauenhaid und Umgebung nicht begeistert, dass sich gerade in ihrer Nachbarschaft Drogenabhängige niederlassen würden. Aber die Gottesmutter weiß die Herzen der Menschen zu öffnen und den Willen Gottes zu erfüllen…
Unter den Nachbarn, die neugierig, aber auch vereinzelt argwöhnisch waren, gab es einen Bauern der uns bereits seit den ersten Tagen besuchte und uns die erste „Vorsehung“ brachte: einen Sack Kartoffeln. Heute ist er einer unserer treuesten Freunde und wir danken ihm für alles, was er für uns tut.

Diese und viele andere Zeichen der Aufmerksamkeit und Freundschaft haben dazu beigetragen, dass wir uns hier immer mehr zuhause fühlten. Die Bereitschaft, uns zu unterstützen wuchs von Tag zu Tag: unsere Nachbarn halfen uns beim Bestellen der Felder und bei den kleineren Arbeiten im Haus; außerdem gaben sie uns in vielen Bereichen praktische Ratschläge. Als wir uns immer besser kennenlernten und sie sahen, wie ernst wir unseren Lebens- und Glaubensweg nehmen, haben uns alle die Hand gereicht.
So haben wir viele wahre und tiefe Freundschaften geschlossen, und die Großherzigkeit unserer Freunde lässt es uns an nichts fehlen.

Es ist immer wieder unglaublich, wie die Gemeinschaft – auch wenn sie zunächst mit Misstrauen aufgenommen wird – Stück für Stück zu einem Zeichen der Hoffnung für alle wird, die ihr begegnen.

Bei unserer Ankunft haben wir ein Haus vorgefunden, das bereits hergerichtet und bewohnbar war, zusammen mit einem schönen Garten, einem Wald und einem See. So haben wir uns denn gefragt: “Was sollen wir hier tun? Was können wir arbeiten?” Es schien alles schon fertig zu sein, aber beim näheren Hinschauen haben wir festgestellt, dass es doch Arbeit in Fülle gab: Begonnen haben wir mit einigen kleineren Bauarbeiten, um das Haus den Anforderungen einer großen Familie (die wir ja waren) anzupassen. Außerdem haben wir festgestellt, dass hinter der „Fassade“ des Wäldchens ein wahrer Dschungel darauf wartete, erschlossen und geordnet zu werden.

Die wichtigste Arbeit war die in der Kapelle: Für diese haben wir ein Zimmer ausgesucht, dass zum See hin liegt; wir haben ein großes Loch in die Wand gestemmt, einige Eisenträger eingebaut und ein Buntglasfenster mit Metallverstrebungen eingefügt, das mit einer Mutter-Gottes-Ikone versehen wurde, die extra für unser Haus gemalt worden war. Es war wunderbar zu sehen, wie die Kapelle Gestalt annahm: Die Decke mit den Rundbögen und die Ikone, die die Gottesmutter darstellt, die ihren Sohn in den Armen hält, als wenn sie ihn uns schenken wollte. Wir haben auch einen passenden Tabernakel gebaut, weil wir wussten, dass unser Bischof uns am Tag der Einweihung das große Geschenk des eucharistischen Jesus machen würde.

Am 7. September war es soweit: Denn an diesem Tag kam Mutter Elvira, um mit Vicka [aus Medjugorje] und vielen Freunden aus dem Dorf den Startschuss zur offiziellen Eröffnung des Hauses zu geben, das der “Mutter der Guten Hoffnung“ geweiht war.
Jeden Tag wuchs die Zahl der Freunde, die für unsere Bedürfnisse sorgten: Obwohl wir mehr als tausend Kilometer vom Mutterhaus der Gemeinschaft entfernt waren, so hat uns doch niemals etwas gefehlt. Wir sind inzwischen zu einem festen Bestandteil des Dorfes Kleinfrauenhaid geworden, so dass sich unsere Präsenz von dort nicht mehr wegdenken lässt.

Oftmals geben wir Zeugnis über unser Leben – nicht nur für Schulklassen und Firmgruppen aus der Nähe – sondern auch von weither kommen Gruppen zu uns, um unsere Zeugnisse zu hören und zu sehen, wie wir leben.

Mit der Hilfe der Vorsehung konnten wir eine kleine Tischlerei einrichten, und Wald und Teich sind zu einem wunderschönen Ambiente geworden.
Bis heute fehlt es uns nicht an Arbeit: im Gemüsegarten, in der Tischlerei, im Stall, im Wald, (und heute auch beim Hausbau)…

Wir danken den vielen treuen Freunden, die uns von Anfang an durch ihren Einsatz und ihre Unterstützung geholfen haben, besonders denen, die im Verein „Freunde der Gemeinschaft Cenacolo“ mitwirken. Ein besonderer Dank gilt den Priestern, die mit Liebe und großer Hingabe unseren Weg begleiten.

Das Haus “Mutter der Guten Hoffnung” ist inzwischen zu einem Bezugspunkt für Burschen und Eltern aus dem ganzen deutschsprachigen Raum geworden. Heute leben in der Gemeinschaft in Österreich zwischen 20 und 30 Personen, die dafür beten, dass noch viele Jugendliche – vielleicht gerade durch dieses Haus – die Hoffnung und die Freude am Leben wiederentdecken.

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