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Freitag, 13.Juli

Katechismus von Padre Francesco Peyron vom Institut der Missionare der „Consolata“
Katechismus vom Vormittag
Das Wort Gottes, welches für dieses Fest des Lebens gewählt wurde, stammt aus der großen Rede, die Jesus beim letzten Abendmahl vom 13. bis 17. Kapitel des Evangeliums nach Johannes macht: „Fürchtet euch nicht, ich habe die Welt besiegt.“ Diese Rede beginnt mit jener Geste Jesu, die wahrhaftig großartig ist: der Fußwaschung. Er, der Herr, der Meister, der Mensch-Gott, beugt sich und wäscht seinen Anhängern die Füße: nicht einmal ein Jude hätte dies für einen anderen Juden getan, sondern lediglich ein Sklave. Verstehen wir, wer Gott ist? Wer ist dieser Jesus, der uns die Füße wäscht?
Vorhin sagte Mutter Elvira, dass wir in diesen Tagen die Umarmung der Barmherzigkeit, des Friedens, der Freude Gottes spüren müssen. Und so reinigt uns die Fußwaschung, denn wir gehen diesem Treffen entgegen.
In unserer Freude, in unserem eigenen Leben, gezeichnet von unseren Hoffnungen, Erwartungen, unseren Schwierigkeiten und Wunden, will der Herr jedem von uns eine Umarmung des Friedens schenken; er will ins Innerste eindringen; möchte uns den Kopf heben lassen und wünscht sich, dass wir um uns schauen.
Hier ist die „Klinik des Heiligen Geistes“, die dir dein Herz erneuern will. Sie will deinen Verstand für diese wunderbare Begegnung mit ihm öffnen. Sie möchte dich verstehen lassen, dass du in seinen Augen wirklich wichtig bist. „Habt Vertrauen, ich habe die Welt besiegt.“ Wir müssen  für das Wort Gottes fast eine Anbetung haben. Die Kirchenväter sagen: „Das Wort Gottes zu hören und abgelenkt und unaufmerksam zu sein ist so, als würden wir die Eucharistie, den Leib Christi, aus der Hand fallen lassen, ohne auf sie aufzupassen.“
Dieses „abgelenkt sein“ heißt nicht nur, an andere Dinge zu denken, sondern auch, dass wir ihm kein Vertrauen schenken und nicht in der Gewissheit leben, dass er das vollbringt, was er sagt. Wenn Jesus etwas sagt, dann tut er es auch. E sieht einen Lebrakranken: „Ich will es, sei geheilt!“ und der Kranke wird gesund. Ein Toter: „Talita qum. Mädchen, steh auf!” und das tote Mädchen erhebt sich, erwacht und kommt wieder ins Leben zurück.
In diesen Tagen sagt dir Jesus: „Habe Vertrauen, ich habe für dich die Welt besiegt!“ Im Johannesevangelium meint „die Welt“ das Böse, die Bösartigkeit, die Angst, die Sorge, die Traurigkeit, das Bedauern, all das, was schlecht, hässlich, bösartig und dunkel ist und dich sticht, dich verwundet und dich verschließt. Jesus aber sagt: ich habe all dies besiegt! Und ich habe es mit einem hohen Preis bezahlt, mit dem Kreuz: -geopfertes Lamm-, mit dieser Geste der großen Liebe, damit du auferstehst.
Eine Frage: wenn du in Friede in dich schaust, doch auch mit durchdringenden Augen, findest du in dir Wunden, Ängste, Wut, Traurigkeiten, Lasten? Ich glaube, dass die Antwort „Ja“ ist, wenn wir ehrlich sind.
Jesus dringt in diesen Tagen in dich ein, er befreit dich, nimmt dich an der Hand und sagt dir: „Erhebe dich, komm heraus und schau dich um, beginne wieder zu lieben, bleib nicht in diesen Dingen verschlossen, die dich ruinieren, sondern öffne dich!“
In diesen Tagen kommt dir der Herr nahe, nimmt deine Hand, drückt dich fest und legt eine Hand auf deinen Kopf, gibt dir einen Kuss auf die Stirn und sagt zu dir: „Steh´auf!“ Das sind nicht nur äußerliche Gesten, sondern Jesus dringt in dein Leben und sagt: „Habe Vertrauen, trete heraus, ich bin bei dir!“
Wir müssen mehr Vertrauen, mehr Hoffnung haben, seien wir dazu bereit.
Ich möchte jeden von euch um Folgendes bitten: wenn im Leben schwierige Zeiten auf dich zukommen, Momente, in denen du vielleicht nicht die Zukunft kennst und Angst bekommst. Wenn es dir scheint, als wären alle Türen verschlossen und du nicht mehr weiter weißt, dann lass dich nicht von dieser Angst, von dieser Sorge einnehmen und verschließe dich nicht in dir selbst, sondern öffne dich dem Wort, öffne dich Jesus. Sage immer wieder selbst zu dir: „Ich muss Vertrauen haben, Jesus hat gesiegt!“ und so wird ein größerer Frieden, eine größere innere Zufriedenheit in dich eindringen. Manchmal, wenn die Gemeinschaft dir zur Last wird, weil du einen schwierigen Moment lebst, dann schaue genau in diesem Moment zu Jesus, der für dich gestorben ist, der dich ruft und dich um Vertrauen fragt. Und danach, Vertrauen in die Gemeinschaft zu haben und in das, was sie dir sagt. So wandelt sich dein Vertrauen ins Konkrete und wird zu Frieden im Herzen, und du wirst erfahren, dass Gott vorsieht!
Ich finde, dass in der Bibel die Episode von Abraham und Isaak eine der Schönsten ist, die dieses Gottvertrauen zeigt. Gott fragt Abraham, der einen Sohn von seiner bereits unfruchtbaren Frau bekommen hat, diesen auf dem Berg Moira zu opfern. Dies taten auch nahe Völker, und demnach war es etwas, was im Antiken Testament auf gewisse Weise nachvollzogen werden konnte, auch wenn es falsch war.
Abraham sagt: „ich gehe“ und während die beiden zum Berg aufsteigen, fragt ihn der Sohn, ob sie denn Holz hätten, um für das Opfer Feuer zu machen und fragt: „Doch wo ist das Lamm?“ Stellt euch das Herz Abrahams in diesem Moment vor! Er schaut seinen Sohn an und sagt: „Fürchte dich nicht, Gott wird vorsehen!“ Sie kommen an, ihr kennt die Geschichte, und er ist bereit, den Sohn zu opfern, als ein Engel erscheint und zu ihm spricht: „Halte ein, Abraham! Ich habe gesehen, dass du mir gehorchst und Vertrauen in mich hast“. Und so finden sie ein Lamm. Gott sieht vor!
Wenn ins Herz diese Gewissheit eindringt: „Habt Vertrauen, ich habe die Welt besiegt. Gott sieht vor“, dann befreit dich diese Gewissheit innerlich, sie heilt dich und lässt dich stärker werden; du beginnst zu lächeln und wirst fähig zu geben, dich den anderen zu öffnen, im Vertrauen zu leben, und auch keine Angst mehr zu haben, zu lieben und dich zu geben, wenn der Weg zum Leidensweg wird.
Gott sieht vor! Ich glaube, jeder Einzeln von euch könnte seine eigene Geschichte der Vorsehung, des Glaubens erzählen.
Wenn wir eine Zeile weiter nach oben in diesem Abschnitt des Evangeliums schauen, dann steht dort geschrieben: „Diese Dinge habe ich euch gesagt, damit ihr Frieden in mir habt.“ Was sind diese Dinge? Dass Gott bei dir ist, dass er dich liebt und dich führt, dich an der Hand nimmt. Denkt an den guten Samariter, der am Verletzten vorbeikommt, stehen bleibt und sich zu ihm beugt. Dieser Jesus ist der, der uns nahe ist und uns sagen möchte: ich gebe dir Frieden, hab Vertrauen, fürchte dich nicht.
Diese Dinge sind schön, doch wir müssen das machen, was Mutter Elvira jedem von uns oft genug gesagt hat: den Pilgerweg vom Kopf zum Herzen, das heißt wahrhaftig daran glauben. Wenn hier jemand ist, der etwas Frieden, etwas Freude, etwas Hoffnung und Leben braucht, der möge sein Herz öffnen. In nur wenigen Momenten kommt Jesus in der Anbetung. Diese Tage sind Tage des Segens und der Heilung. Es sind besondere Tage, an denen wir nicht nur hier sind, um zu feiern, sondern für viel mehr! Wir sind hier, um den lebendigen Gott in unseren Herzen zu empfangen, um dann loszuziehen und den Menschen zu verkünden: „Geht! Ich schicke euch!“
Diese Tage sind heilig in ihrem Fest, ihrer Freude, ihren Tänzen, welche die choreografische Wiederspiegelung des Lächelns des Herzen sind, und in sich den Heiligen Geist beherbergen. Öffnen wir uns dieser Begegnung, öffnen wir uns dem Lobpreis und dem Dank und vertrauen wir uns der Madonna an. Bitten wir sie, damit sich das Herz eines jeden von uns immer weiter öffnen möge, dass sich unsere Hände, die oft durch Egoismus und Wut und unserer Lust, pessimistisch und nachtragend zu sein, verschlossen sind, diesem Frieden, diesem Lächeln, dieser Gutmütigkeit und der Gewissheit öffnen mögen, dass dein Leben vom Herrn geliebt wird, dass dein Name auf seiner Handfläche geschrieben steht.
So wächst in dir dieser Frieden: „ Ich habe euch dies gesagt, damit ihr Frieden habt. Ich gebe euch meinen Frieden, nicht wie die Welt ihn gibt.“ Wenn der Frieden in dir wohnt, dann wirst du zum Missionar des Friedens, der Hoffnung, des Vertrauens. Wovon braucht die Welt von heute mehr als von Hoffnung, Vertrauen und Frieden?
Mutter Teresa von Kalkutta sagte, dass eine der größten Armut in der heutigen Welt die Einsamkeit ist. Du Befreiter, Geheilter, dem die Würde als Kind Gottes wiedergegeben wurde, der den Kopf hebst und lächelst- geh und verkünde!
Wenn wir uns von den Egoismen und den Ängsten befreien, dann wird sich unser Herz öffnen und wir aufmerksamer werden: wir sehen die Schwester, die vielleicht ein Glas Wasser braucht...und wir, in unserer Armut und Winzigkeit, werden versuchen, mit den Mitteln, die wir haben, einzugreifen, mit Gesten der Liebe. Denn vor all dem sind wir dem lebendigen Gott begegnet.

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